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Ethical Sourcing – Kräuteranbauprojekt in Bulgarien schafft Arbeitsplätze

Der Kräuter- und Früchteteefabrikant Martin Bauer und sein bulgarischer Anbaupartner konnten mit garantiertem Einkommen und Sozialstandards den Kräuteranbau in Kalyanovo wiederbeleben.

Jahrzehntelang wurden in der Region um Plovdiv in Südbulgarien Heilkräuter angebaut. Schon in den 50er-Jahren kaufte Martin Bauer hier seine Kräuter. Wegen der Landflucht lagen in den letzen fünf Jahren große Anbauflächen brach. Durch das Projekt „Mountain People“ konnte Martin Bauer zusammen mit seinem bulgarischen Partner Landarbeiter für Kalyanovo gewinnen, wo heute auf rund 70 Hektar wieder Kräuter angebaut werden.

„Der Anbau von Kräutern ist nach wie vor sehr arbeitsintensiv. Zwischen März und November müssen die Landarbeiter den Boden sieben- bis achtmal auflockern und vom Unkraut befreien. 50 Leute schaffen einen Hektar pro Tag“, berichtet Alfred Zink, der für Martin Bauer das Projekt koordiniert. 2005 hatte die Landflucht in der Region um Plovdiv bedrohliche Ausmaße angenommen. Häuser standen leer, Felder lagen brach, der Kräuteranbau war stark gefährdet. Martin Bauer und der bulgarische Anbaubetrieb starteten ein Projekt für neue Arbeitskräfte. Sie handelten langfristige Lieferverträge und einen festen, vom Weltmarkt und der Erntequalität unabhängigen Abnahmepreis aus. Dann warben sie im Gebirge 30 Arbeitskräfte an, die mit ihren Familien nach Kalyanovo umsiedelten. Die Familien haben heute ein festes Einkommen, das rund 50 Prozent über dem Durchschnittseinkommen bulgarischer Landarbeiter liegt, wohnen mietfrei und werden im regionalen Krankenhaus kostenfrei behandelt.

Das Projekt läuft seit zwei Jahren. Die neuen Landarbeiter haben sich integriert. Die Kinder gehen zur Schule, die Frauen verdienen Geld bei der Kräutertrocknung. Die Landarbeiter sind zu einem geschulten Mitarbeiterstamm zusammengewachsen. Der Anbaubetrieb hat durch zehnjährige Lieferverträge mit Martin Bauer feste Einnahmen und Planungssicherheit. Die traditionellen Anbaustrukturen wurden nicht nur erhalten, sondern sogar erweitert. Die regelmäßige Feldpflege führt zu sehr guter Qualität bei Pfefferminze und Melisse. Nach zwei Jahren Aufbauarbeit lässt sich sagen: Das „Mountain-People“-Projekt hat sich bewährt und ist Vorbild für die Region.